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11月 22

 

Animation in der “Konferenz der Tiere” – von Benedikt Niemann

Als Ambient Entertainment 2008 in der Endphase zu “Urmel voll in Fahrt” steckte, sagte die Constantin Film, dass sie plant, als Nächstes “Konferenz der Tiere” mit uns machen. Dieser Film markiert nach den beiden „Urmel“-Filmen die dritte Zusammenarbeit von Reinhard Klooss und Holger Tappe in der jeweiligen Doppelrolle des Produzenten und Regisseurs.

Das Drehbuch unterschied sich deutlich von der Romanvorlage. Erich Kästner schrieb das Buch „Die Konferenz der Tiere“ 1949 unter dem Eindruck der Abrüstungsverhandlungen nach dem zweiten Weltkrieg. In seinem Buch halten die Menschen eine Konferenz nach der anderen ab ohne ein Ergebnis zu erzielen. Erst als sich die Tiere einmischen und den Menschen die Kinder entführen, kommen diese zur Besinnung.

Da Abrüstung kein aktuelles Thema ist, wurde die Geschichte modernisiert. Jetzt geht es um die von Menschen verursachten Umweltschäden und Klimakatastrophen. Auch die Figuren wurden neu entwickelt. An der Spitze steht das Erdmännchen Billy samt Familie und sein Freund, der Löwe Sokrates. Zusammen mit einer großen Gruppe weiterer Tiere machen sie sich auf die Suche nach Wasser in der afrikanischen Savanne. Dieses wird durch einen enormen Staudamm aufgehalten, und die Tiere rüsten sich, das zu ändern.

 

Massenhaft Massen

Schon beim ersten Lesen des Drehbuchs fiel auf, dass wir es mit ganz anderen Dimensionen als bei den bisherigen Produktionen zu tun haben würden.

Bei den beiden „Urmel“-Filmen hatten 14 bis 18 Figuren Sprechrollen – bei „Konferenz der Tiere“ waren es 43. Zusätzlich war die Geschichte gefüllt mit Szenen, in denen riesige Herden auftauchen mussten. Auch die Kulissen waren gewaltig – die afrikanische Savanne ist eine andere Größenordnung als eine kleine Südseeinsel.

Hatten wir bei den „Urmel“-Filmen nur vereinzelt Vierbeiner, machten die jetzt einen deutlich größeren Teil der Figuren aus. Dafür mussten wir einiges an Entwicklungsarbeit für diese Art Rigs reinstecken. Auch die Textur- und Fellabteilungen bekamen hier Aufgaben in ganz neuen Größenordnungen präsentiert.

 

Arbeitsteilung

Wir haben im Lauf der Jahre verschiedene Modelle ausprobiert, wie wir die Animationsarbeit verteilen. Bei „Back To Gaya“ und „Urmel aus dem Eis“ hatten wir einzelne Animatoren auf einzelne Charakteren gesetzt. Die Idee war, dass damit ein einheitlicher Stil pro Figur gewährleistet wird. Das hat auch geklappt. Es birgt aber logistische Fallen. Denn nicht jede Figur hat gleich viele Auftritte. Das heißt: Einige Animatoren hatten mehr zu tun als andere. Auch konnten Shots nicht abgeschlossen werden, weil eine Figur noch nicht animiert war, und der entsprechende Animator noch mit anderen Aufgaben beschäftigt war. Außerdem kann es im Laufe von zwei Jahren dann doch vorkommen, dass man sich auch mal Abwechslung wünscht, anstatt ständig dieselbe Figur zu animieren.

Bei „Urmel voll in Fahrt“ wurden den Animatoren einzelne Shots zugeteilt (ähnlich wie bei amerikanischen Produktionen). Dadurch lassen sich zwar Aufgaben je nach Schwierigkeitsgrad und Besonderheiten gezielt verteilen, aber man riskiert stilistische Sprünge zwischen den Shots, weil Animatoren dann doch auch immer eine eigene Handschrift mitbringen.

Für „Konferenz der Tiere“ sind wir dazu übergegangen, komplette Szenen zu vergeben; je nach Größe an ein bis zwei Animatoren. Das hat sich im Rückblick als der beste Weg erwiesen, denn nicht nur erhöht es die Motivation, wenn man eine Szene als komplette Einheit bearbeiten kann – der Animator hat auch einen guten Überblick über seine eigenen Anschlüsse und den beabsichtigten Fluss einer Szene. Nach Möglichkeit wurden die Szenen nach Wunsch verteilt, je nachdem ob man gerade Lust auf eine Actionszene oder auf emotionsgeladene Dialoge hatte.

Für „Konferenz der Tiere“ kamen ca. 16 Animatoren zum Einsatz.

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