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Acting for Animators Newsletter – July 2010

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Sep 17

Das Animationsinstitut in Ludwigsburg ist Teil der Filmakademie Baden-Württemberg. “Die Studierenden lernen, wie man Filme macht, indem sie Filme machen.” Was wird angeboten, wie sind die Aufnahmekriterien und alles Wissenswerte… 

Wo befindet sich Ihre Schule und welche Studiengänge im Bereich Animation/VFX/Motion Design/Film bieten Sie an?

Das Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion wurde im Januar 2002 gegründet. Als Teil der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg ist es zuständig für die Ausbildung aller Studierenden im Studiengang Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion.

Aufbauend auf einer fundierten Grundausbildung, folgt ein projektorientiertes Studium in den Schwerpunkten Concept & Design, Animated Shorts, Visual Effects und Games. Einzigartig in Deutschland ist der Studienschwerpunkt Technical Director, der als Zusatzqualifikation für Informatik-Absolventen technisches Können mit künstlerischer Gestaltung verbindet. Neu ist der Studiengang Interaktive Medien, in dem animationsbasierte interaktive Formate konzipiert und realisiert werden. Ergänzend gibt es, für Quereinsteiger mit entsprechender Vorbildung oder nach dem Grundstudium Produktion, die Spezialisierung zum Animations-, Effekt- und Interaktive-Medien-Producer.

Handelt es sich um ein Vollzeitstudium oder um eine Weiterbildung?

Das Animationsstudium an der Filmakademie ist ein Vollzeitstudium und dauert acht Semester plus dreimonatige Diplombearbeitungszeit. Die erfolgreichen Absolventen erhalten das Diplom der Filmakademie Baden-Württemberg. Nach zwei Jahren gemeinsamem Grundstudium für alle Studienfächer folgen zwei Jahre Projektstudium Animation. Bewerber mit einem Vordiplom an einer Film- oder Kunsthochschule oder einem gleichwertigen Abschluss können sich direkt für das Projektstudium bewerben. Einzigartig in Deutschland ist die Ausbildung zum Technical Director.

In welchem Bereich würden Sie die Schwerpunkte sehen?

Alle Animationsstudierenden lernen etwas über Character Animation, Visual Effects und Games/Echtzeitanimation -  alles Varianten der Animation – sei es ein Puppentrickfilm, Visual Effects als Kombination von 3D Animation und Realdreh oder Echtzeitanimation innerhalb eines Computerspiels. Eine kleine Ausnahme bildet das Projektstudium für Technical Directors, wofür spezielle Programmierkenntnisse unerlässlich sind. Doch auch die TDs profitieren von Einführungen in die Charakter Animation oder Workshops über die künstlerische Gestaltung von Visual Effects.

Wie sieht ein typischer Studiengang bei Ihnen aus? Von der Aufnahmeprüfung bis hin zum Abschluss.

Das Studium am Animationsinstitut setzt die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife und die künstlerische Eignung der Bewerber sowie mindestens 12 Monate praktische Erfahrung im Medienbereich voraus. Zur Bewerbung müssen ein animationsrelevanter Film oder Filmausschnitte oder ein Storyboard eingereicht werden.

Die Aufnahmeprüfung besteht aus einem zweistufigen Auswahlverfahren: eingesandte Arbeiten werden von einer Jury gesichtet, die eine erste Auswahl trifft. Diese Kandidaten werden danach zum persönlichen Gespräch eingeladen, bevor eine weitere Auswahl getroffen wird. Pro Jahr werden ca. 15 Studienplätze vergeben. Die Diplomprüfung findet in der Mitte des 5. Jahres statt. Die Abschlussprüfung besteht aus dem eigenen Diplomfilm, an dem schon ab dem 4. Jahr gearbeitet wir, oder aus der Mitarbeit an einem Projekt anderer Studenten. Diplomprojekte müssen in einer mündlichen Diplomprüfung einer Jury präsentiert werden.

Im Grundstudium lernt man erst einmal alles – mit einer Kamera umgehen, ein Drehbuch schreiben, kalkulieren, produzieren, Regie führen, schneiden, Filmgestaltung. Und dazu noch eine gute Portion Filmgeschichte und Filmtheorie. Im zweiten Studienjahr erhalten die Studierenden im 1. Halbjahr Unterricht in ihrem eigenen Studiengang (Animation), im zweiten belegen sie eines der Wahlpflichtfächer Drehbuch, Regie, Bildgestaltung/Kamera, Montage/Schnitt oder Filmgestaltung. Nach zwei Jahren Grundstudium sind die Studierenden zwar noch keine fertigen Filmemacher. Aber sie haben eine denkbar solide Basis und vor allem einen tiefen Einblick in das Geschäft des Filmemachens gewonnen

Im Projektstudium heißt es vor allem: Filme Machen, learning by doing. Die Studierenden arbeiten in Teams abteilungs- und fachübergreifend zusammen, und lernen so alles, was sie später im Beruf brauchen. Darüber hinaus findet auch Unterricht statt: Seminare, Vorträge, praktische Workshops. So gut wie alle Lehrenden sind Gastdozenten aus der Praxis, die ihre Arbeit an Produktionen und in Studios unterbrechen, um für ein paar Tage an die Filmakademie zu kommen. Die Gastlehrenden kommen aus der ganzen Welt, sie unterrichten und betreuen auch die studentischen Projekte inhaltlich und gestalterisch in den einzelnen Entstehungsphasen – so bleibt die Lehre immer auf dem neusten Stand der Produktionswelt. Ein Highlight des Unterrichts ist die FMX Conference on Animation, Effects, Games and Interactive Media, die jährlich im Mai in Stuttgart vom Animationsinstitut veranstaltet wird.
Die Teams müssen sich selbst finden: Jeder Student pitcht sein Projekt allen Studierenden der Filmakademie und versucht, seine Kommilitonen zu begeistern mitzuarbeiten. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage –  auch große Projekte, wenn sie gut sind und spannend präsentiert werden, finden so ihre Teams.

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