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Mrz 05

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Sebastian Thiel, Programmierer und Pipeline-Engineer. Einigen vielleicht bekannt durch seine Software „Byrons Poly Tools – Fast Polymodelling For Maya“ und „MayaReVised“ erzählt in diesem Interview über sich und den Beruf des Pipeline-Engineers im Allgemeinen und während der Produktion.

„….Während der eigentlichen Produktion jedoch ist man eine Mischung aus Software Architekt, Programmierer, menschlicher Datenbank (MD) und Universal Problem Solver (UPS).“

Erzähle kurz etwas über dich und deinen Werdegang.
Wie wird man zum Pipeline-Engineer?

Primär durch Faulheit. Es hat mich schon immer gestört, wenn ich etwas tun musste, was dröge und repetitiv war. Ein Script musste her, um meine Arbeit zu machen, programmieren will jedoch erst einmal erlernt werden. Eigentlich wollte ich vor 6 Jahren mein Demo-Reel machen, um mich als 3D Artist zu verdingen. Herausgekommen sind jedoch Byrons Poly Tools, mit denen man durchaus ein Reel hätte modellieren können. Dies ist nie geschehen.

In der Berliner Film Companie fand ich meinen ersten Arbeitgeber, und obgleich ich mich als TD bewarb, wurde ich ein halbes Jahr als Layout Artist eingesetzt. Danach sprang ich intern in das neu eröffnete Pipeline Department und bekam so die großartige Chance, mit international erfahrenen TDs zusammenzuarbeiten. Hier lernte ich, worauf es als Pipeline TD ankommt, und auch, was man in Zukunft doch lieber besser macht.

Von da an war ich in verschiedenen Projekten als Pipeline TD und Pipeline Supervisor tätig, ein Ende ist erst mal nicht in Sicht.


Was macht ein Pipeline Engineer?

Grundsätzlich sorgen sie für einen reibungslosen und effizienten Datenfluss. Projekte sind für sie nichts anderes als eine Anhäufung von Daten, welche in mehreren Schritten und von mehreren Operatoren (Anwender) bearbeitet werden. Dabei kann eine Unmenge schief gehen, und Pipeline Engineers versuchen die Fehlerquote zu minimieren durch ein geschicktes Design jenes Datenflusses und durch Pipeline Tools, welche die Operatoren in ihrer Arbeit unterstützen oder führen.

Pipeline TDs sind normalerweise verantwortlich für die Implementierung von spezifischen Tools, welche zum Beispiel den Umgang mit Render Layern und deren Submission auf die Render-Farm vereinfachen und vereinheitlichen. Er befindet sich gewissermaßen auf Augenhöhe mit dem Problem.

Als Pipeline Engineer hingegen schnallt man sich ein JetPack an, um das Problem aus größerer Höhe betrachten zu können. So fällt schnell auf, dass jenes Problem nur ein Spezialfall einer ganzen Klasse von Problemen ist, und das es sehr wohl Abhängigkeiten gibt zwischen verschiedenen Arbeitsschritten und Datentypen. Entsprechend ist es notwendig, dass einzelne Tools eingebettet sind in ein Framework, welches die Kommunikation auch zwischen Tools ermöglicht und so sicherstellt, dass sich Tools ihres jeweiligen Kontextes bewusst sind und zusammenarbeiten.

Pipeline Engineers versuchen also, das große Ganze zu betrachten, beginnend mit Namenskonventionen für Dateien hin zu Datenspeicherung, Backup und Datendistribution. In den jeweiligen Applikationen wie z.B. Autodesk Maya sorgen eigens geschriebene Tools dafür, dass Qualitätsnormen eingehalten werden und Daten leicht an den nächsten Operator weitergeben werden können.


Gibt es ein Projekt was du besonders erwähnen möchtest?

Was meine Arbeit als Pipeline Engineer angeht, so ist meine letztes Projekt bei WhiteShark AB in Stockholm sicherlich am bedeutungsvollsten. Dort hatte ich, einmal mehr, die Möglichkeit, als Pipeline Supervisor die Verantwortung für das Design und die Implementierung einer kompletten Feature-Film Pipeline zu übernehmen. Nach nur 11 Monaten brutalster Selbstausbeutung war sie fertig, meine Pipeline V2.0, inklusive Revisionskontrolle für Assets samt Maya Integration, einem eigenen Maya Entity System, welches die Szene direkt im Outliner visualisiert und worüber der Benutzer mit ihr interagiert. Die Revisionskontrolle basiert auf Subversion, und alles andere auf MayaReVised.

Als freier Programmierer war es mir vergönnt, für Scanline an deren Fluid-Simulationssystem FlowLine mitarbeiten zu dürfen. Dabei war ich für die Maya Integration verantwortlich. Besonders herrausragend war es am eigenen Körper zu erfahren, wie leistungsfähig man doch tatsächlich sein kann, wenn die Motivation auf 200% ansteigt. Enge Deadlines, ein Haufen Arbeit und ein „Primärjob“ bei der BFC sorgten dafür, dass ich die Arbeit in die Nacht und auf das Wochenende verlagerte. Da wir uns viel untereinander austauschen mussten, arbeitete alsbald das ganze Team hauptsächlich des Nachts. Belohnt wurde dieser enorme Teamgeist durch ein paar beeindruckende Shots in Wolfgang Petersen’s „Poseidon„.


Gibt es spezielle Voraussetzungen die ein Pipeline-Engineer mitbringen muss um diesen Beruf zu erlernen?

Wenn man sich dabei ertappt, das gerade abgelegte Buch ganz nebenbei parallel zur Tischkante auszurichten, ist man dem Pipeline Engineer nicht mehr ganz fern ;). Allgemein ist es sicherlich förderlich, wenn man Freude daran hat, mit System Ordnung ins Chaos zu bringen. Wenn man das schon für sich selbst nicht schafft, wird man es nur mit Mühe für andere erreichen können.

Desweiteren sind fundierte Kenntnisse in der Informatik von großem Vorteil, weil man sich größtenteils auf der Systemebene und in diversen Programmiersprachen bewegt.

Perfektionismus und Disziplin gehören ebenfalls zu den Eigenschaften eines Pipeline Engineers: Jeder seiner Fehler wird von den Usern bezahlt, jede nicht gehaltene Deadline kostet besonders viel Geld, da sie unter Umständen die gesamte Produktion beeinflussen.

Last but not least, aber sicherlich für jeden Beruf zutreffend, sollte man im Stande sein, gut zu kommunizieren. Der Umgang mit Pipeline Tools muss gelehrt werden, damit sie effektiv eingesetzt werden können.

Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass man als guter Pipeline Engineer jede Tätigkeit der Produktion selbst am besten können sollte, aber vielleicht spricht da auch nur der Perfektionist in mir.

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