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Mrz 03

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In diesem Interview berichtet Anselm von Seherr – Thoß über das erstellen des „Holo-Tables“ von Avatar bei Prime Focus VFX in L.A.. Das ganze mit Before – After Shots aus Avatar! Ausserdem dreht es sich um das Leben und Arbeiten in L.A., Anselms Werdegang und seine Tutorial DVDs zum Thema PFlow Toolbox….

Cgheute: Du hast in Hannover Mediendesign studiert und arbeitest jetzt in einem Studio in L.A. Erzähle uns wie es dazu gekommen ist.

Anselm von Seherr-Thoß: Also ich habe 2001 brav mein Abitur gemacht, dann Mediendesign studiert. Eines schönen Tages brachte ein Kommilitone Cinema 4d und Maya auf seinem Laptop mit. Und von da an habe ich nicht mehr viel von den Vorlesungen mitbekommen 🙂 Nach dem Studium, Ende 2004, habe ich nach CG Firmen in Hannover gesucht und Soulpix gefunden, ein kleines, unkonventionelles Studio, das 3D Studio Max benutzte (heute sind sie auf Cinema4D umgestiegen). Ich fragte nach einem Praktikumsplatz, konnte jedoch null Kenntnis in 3DS Max vorweisen…Deshalb habe ich den Besitzer Frank Sennholz ca. ein halben Jahr täglich mit lustigen Emails bombardiert bis ich endlich persönlich eingeladen wurde auf das Versprechen hin, die Emails einzustellen 😀 Da ich Photoshop etc. schon aus dem Studium kannte, konnte ich wenigstens etwas helfen und lernte 3DS Max quasi “auf dem Weg”. Nach 2 Wochen machte ich an meiner ersten Produktion mit, ein Musikvideo. So hatte ich es geschafft als Praktikant angenommen zu werden ohne jegliche Max-Kenntnisse und blieb bei Souplix ueber meine Praktikumszeit hinaus. Einer der Artists schleppte eines Tages die “Advanced Visual Effects” DVD von Allan McKay an und da wusste ich, worauf ich mich spezialisieren wollte. Dank eigener Website und Präsenz in Foren etc. riefen irgendwann andere Firmen an und fragten, ob ich verfügbar wäre. Und auf einmal war ich Freelancer 🙂 Über die Jahre seid 2004 habe ich in etlichen deutschen CG Firmen gearbeitet und den einen oder anderen Animago gewonnen (gehoert ja zur 3D-Bürgerpflicht) und war stets in den Foren unterwegs. Irgendwann haben dann nicht nur deutsche Firmen angerufen und ich hatte ein Job Interview bei Frantic Films, das heute Prime Focus VFX ist.

Cgheute: Prime Focus VFX war für den Hologramm-Tisch und sämtliche 3D Screens (Immersives) in der Kommandozentrale bei „Avatar“ verantwortlich. Wie kam es dazu das ihr an den Job gekommen seid.

Anselm von Seherr-Thoß: Prime Focus VFX hat Erfahrung mit stereoscopischen Filmen z.B. “Reise zum Mittelpunkt der Erde-3D” etc. Zu Beginn sollten wir nur einige der 3D Bildschirme in der Kommandozentrale machen. Im Verlauf der Produktion bekamen wir mehr und mehr Shots von anderen Firmen zugeschoben, weil die Unseren sehr schnell umgesetzt bekamen und deren Deadline in Gefahr geriet und James Cameron unsere Sachen gefielen. Am Schluss haben wir dann alle Holotable Shots gemacht, noch mehr Immersive Screens und weitere Visual Effects wie Mündungsfeuer und Umgebung rund um die Kommandozentrale.


Cgheute: Was war genau eure Aufgabe (Partikel/Compositing/Rendering/Modelling?)

Anselm von Seherr-Thoß: Alles was Du aufgelistet hast und viel Tracking 🙂 Das Hologramm der Dschungellangschaft, der Mienengrube und des “Hometrees” sind Partikel, die mit unserer hauseigenen Software Krakatoa generiert und gerendert wurden. Wir haben die ganzen Icons nach groben Vorgaben des Design Teams vom Cameron designed und implementiert. Die Flugbahnen etc. sind unzählige animierte Splines und Tabellen auf Cards wurden in After Effetcs designt und animiert. Sie bedeuten nicht wirklich etwas 🙂 James Cameron sagte selbst “Wenn irgendjemand darauf achtet, ob ein bestimmtes Icon gerade Sinn macht, dann machen wir hier den falschen Film”. Also hatten wir zwar Layoutvorgaben, aber diese ließen einigen Spielraum für Eigeninterpretationen z.B. Tabellen mit Namen sind fast immer unsere eigenen hier bei Prime Focus 😀  Alles, was mit Personen interagiert, musste gematchmoved und gemodelt werden. Der Hologramm-Tisch als Hardware war zwar ein Prop am Set, wurde aber zu einem grossen Prozentsatz später von uns digital ersetzt. Alle Lasereinheiten und die projektionsoberfläche ist CG. Jeder Bildschirm (genannt “Immersive”) besteht aus einer Vielzahl von Layern, die Tiefeninformation enthalten um spaeter 3D zu wirken, also musste all das in 3D gemodelt und animiert werden. Gerendert wurden diese Elemente in Vray und dann composed in Digital Fusion.

Neben den vielen 3D Screens erstellten wir alles an Umgebung, was man durch die Fenster in der Kommandozentrale sieht (hauptsächlich Matte Painting und Projektionen auf Geometrie). In den Shots in denen Giovanni, der Businessman, mit einem Brocken Unobtanium spielt, wurde dies 100% digital ersetzt, da das Prop am Set an einem Faden hing und nicht zufriedenstellend schwerelos wirkte.


Cgheute: Wie waren die Designvorgaben die ihr bei Avatar bekommen habt. War alles von Anfang an klar, oder konntet ihr eigene Ideen mit einfliessen lassen. Gab es Unterschiede bei der Produktion von Avatar im Vergleich zu einer Motion(Performance) Capture-Produktion wie z.B Robert Zemecki’s “A Christmas Carol” oder “Polar Express”?

Anselm von Seherr-Thoß: Wir bekamen genaue Vorgaben von James Cameron’s Design Team aber wie schon gesagt hatten wir anhand der Stills Raum fuer eigene Ideen, z.B. was Animationen auf dem Hologrammtisch und Details in den 3D Screens angeht. Die 2D Elemente wurden in Illustrator und AfterEffects anhand der Vorlagen und einer festgelegten Benennung importiert und animiert und dann ueber unsere Pipeline basierend auf ihrem einzigartigen Namen und der Position im Raum auf deren dazugehörigen 3D Screen in der Kommandozentrale gemappt. So sparten wir eine Menge Zeit, da der Prozess automatisiert werden konnte. Zu dem Vergleich mit anderen Produktionen kann ich von unserer Seite nicht viel sagen, ausser das die Kameras und die On-Set Previz Technologie für Avatar erst erfunden werden musste! Es gibt kaum einen brauchbaren Vergleich, der Film ist in seiner Gesamtheit einzigartig. Der größte Unterschied ist wahrscheinlich das es ein James Cameron Film ist und er seid Titanic keinen Spielfilm mehr gemacht hat. Die Latte lag also entsprechend hoch was die Qualität anbelangt. Darüber hinaus war die Welt sich nicht sicher, ob ein Cameron 3D Film mehr ein Gimmick sein wuerde oder der Blockbuster als den es sich entpuppte. Sie sollte eines Besseren Belehrt werden. Nun ist alles 3D und wir arbeiten schon am nächsten stereoscopischen Projekt: “Clash of the Titans 3D”, dem Remake des Klassikers.


Cgheute:  Wie viele Leute waren in deinem Team bei Prime Focus VFX? Wie lange hat es gedauert die Sachen fertig zustellen.

Anselm von Seherr-Thoß: Ich wage mal zu sagen es waren an die 100 Leute bei Prime Focus. Am Anfang das Tracking-Team stand, das in Tag- und Nachtschichten in Rotation alle Shots tracken musste, bevor wir anfangen konnten. Nach den trackern kamen die 3Dler (hauptsächlich Freelancer) und die Compositor und unsere Etage wurde voller und voller. Wir mussten Schreibtische in den Fluren aufstellen 🙂 Ich als Festangestellter hatte Gott sei Dank mein eigens Plätzchen, denn mein Schreibtisch ist dekoriert mit Action Figuren und einem Portrait von David Hasselhoff, weil Deutsche laut Amerikanern nun mal alle auf den Hoff stehen, is klar…Sie wollen den Hoff, sie bekommen ihn auch! Die gesamte Produktionszeit war um die 6 Monate, was eine sehr kurze Zeit für das Arbeitsvolumen ist, aber unsere Producer und Supervisor hatten alles gut geplant und im Griff. Grüße und ein dickes “Danke!” an dieser Stelle an CG Supervisor Mitch Gates, der seine Leute zu motivieren weiss 🙂 Großartiger Mann!

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